projekte verein helfen info kontakt






Artikel | Strassenkinder in Dar-Es-Salaam | Masterstudiengang Strassenkinderpädagogik

Artikel

Remand Homes und die Approved School in Tansania
Artikel für Habari 2/2005, von Nasrin Siege

Interview mit Nasrin Siege über Strassenkinder in Tanzania
Interview von Felicia Herrschaft für Fehe.org

Kinder der Strasse
Artikel, TOPIC Nr. 108, Mai 2000 (N. Siege)

Life of street-children in Dar-es-Salaam
Article was published in the Daily News, Dar-es-Salaam, 1995
By: Nasrin Siege and Leddah Mndeme


Straßenkinder in Dar-Es-Salaam

Die Zahl der Straßenkinder in Tansania steigt dramatisch. Nach einer Untersuchung des Departments of Social Welfare vom Jahre 1991, lebten damals in Dar-es-Salaam 250-350 Kinder auf der Straße. Nach den Schätzungen der hier arbeitenden NRO’s beträgt ihre Zahl in Dar-Es-Salaam heute 4000 Kinder und landesweit wird diese sehr viel höher geschätzt.

Im Jahr 1990 begann in Dar-Es-Salaam das erste Straßenkinder-Projekt mit seiner Arbeit. Inzwischen existieren zwölf Projekte in Dar und in den anderen Städten des Landes, die unterschiedliche Konzepte und Klientel haben. Die Heilsarmee beispielsweise betreut nur Mädchen und das DogoDogo Centre vor allem Jungen.

Alle Projekte stehen miteinander in Verbindung, tauschen sich aus und arbeiten in einem Netzwerk zusammen. Es werden gemeinsame Strategien entwickelt, Aufklärungskampagnen durchgeführt, Seminare, Workshops und Ausbildungsseminare für die Mitarbeiter der verschiedenen Projekte veranstaltet.

Die Ursachen der Straßenkinderproblematik sind nicht im einzelnen bekannt, aber offensichtlich vielfältiger Natur und vor allem in der sozioökonimischen, wirtschaftlichen und politischen Situation Tansanias zu suchen.
Folgende Aspekte haben zum starken Anstieg des Problems in den letzten Jahren geführt:

  • das hohe Bevölkerungswachstum - 45 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahren - bei gleichzeitig unzureichendem Wirtschaftswachstum
  • die Verarmung der Bevölkerung und dadurch bedingte Land-Stadt-Migration
  • das Aufbrechen traditioneller Familien- und Sozialsysteme
  • das dramatische Ansteigen von Aids-Waisen
  • das Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten, vor allem für Jugendliche in den Städten
  • die hohe Rate von "drop-outs" an den Schulen aufgrund von Armut in den Familien (Keine Mittel für Schulbücher / Hefte, Schulgeld, Schuluniform).

Diese Faktoren bedingen und verstärken sich gegenseitig. Die Regierung Tansanias ist nicht in der Lage, in Schul-, Gesundheits- und Sozialwesen adäquat auf das Problem zu reagieren. Die Schnitte bei den öffentlichen Ausgaben und die Budgetrestriktionen vor allem im sozialen Bereich lassen es kurz- bis mittelfristig unrealistisch erscheinen, vom Staat eine Lösung des Problems zu erwarten.

Viele der Straßenkinder leben von einem sehr jungen Alter an auf der Straße. Sechsjährige sind keine Seltenheit mehr. Alleingelassen, sind sie gezwungen, ihre eigenen Überlebensstrategien zu entwickeln. Die meisten sind unterernährt, spärlich und schlecht gekleidet und gesundheitlich beeinträchtigt. Da das Herumstreunen auf der Straße verboten ist, leben sie in ständiger Angst, von der Polizei aufgegriffen zu werden. Die Öffentlichkeit betrachtet sie bestenfalls mit Mißtrauen, öfter aber mit Ablehnung und Gewalt.

Die Kinder sind permanent unter dem Stress Nahrung, Schlafplätze und das sonst zum Überleben Notwendige zu organisieren. Eine Lebensperspektive für sie ist so gut wie nicht vorhanden. Sie leben in einer Subkultur mit eigenen Regeln, die offenbar international sind: Diebstahl, Drogenmißbrauch (Schnüffeln von Klebstoff, Rauchen von Marihuana), sexueller Mißbrauch sind an der Tagesordnung. Einige Kinder prostituieren sich, andere werden kriminell und landen im Kinderuntersuchungsgefängnis, in dem sie auf ihren Prozeß warten. Wieder in die Freiheit entlassen, gehen die Kinder in der Regel zurück in die Straße.

Befragt nach den Ursachen für ihr Leben auf der Straße geben die Kinder folgende Antworten: Eltern verstorben, nicht akzeptiert bei Verwandten, zu Hause mißhandelt.


Interessierte am Masterstudiengang in Straßenkinderpädagogik, sollten sich direkt mit der PH Heidelberg in Verbindung setzen:

Kompetenzzentrum Patio13 Straßenkinderpädagogik
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Zeppelinstraße 3, Hinterhaus
D - 69120 Heidelberg
Tel. 06221 ? 477 651

"Patio13 - Schule für Straßenkinder"
www.patio13.de
www.strassenkinderreport.de









 
   

Links

Dogo-Dogo-Centre
-
Dogo-Dogo Centre

- Welthungerhilfe

Freundeskreis Bagamoyo
Deutsch-tansanischen Kultur- und Künstleraustauschs

Nasrin Siege
Nasrin Siege's Website
Netz Tipp. de Autoren Verzeichnis

Juma
- ein Straßenkind aus Tansania

Kinderbuch von N. Siege

Leben auf eigene Faust
Straßenkindergeschichten aus vier Kontinenten

Informationen zu Tansania
Auswärtiges Amt

Living Swaheli Dictonary
Yale University

News: Dar Es Salaam
East African Guardian

Bitte informieren Sie uns sollte
eine dieser Links nicht mehr aktuell sein. Danke!