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Kinder der Straße Die Situation
der Straßenkinder in Dar-es-Salaam. Es sind Kinder, die keine Eltern mehr haben. Kinder, die aus Armut und Gewalt in der eigenen Familie auf die Straße fliehen. Nachts schlafen sie in Hauseingängen, in Abbruchhäusern und unter Markständen. Sie versuchen auf der Straße durch Gelegenheitsjobs, Betteln, Diebstahl und Prostitution zu überleben. Die Straße
als Heim So wird vor allem das Verhältnis des Kindes zu seiner Familie beschrieben. Als Kinder auf der Straße gelten jene, die auf der Straße arbeiten, noch regelmäßigen Kontakt zu der Familie haben und am Abend nach Hause zurückkehren. Als Kinder der Straße gelten dagegen jene, für die die Straße zum Heim geworden ist. Man trifft sie überall in den größeren Städten Tansanias. Unterernährt, barfuß, in zerrissener Kleidung, schmutzig und zum Teil sichtbar krank. Sie stehen an den Kreuzungen und betteln die Autofahrer an. Andere arbeiten auf den Märkten, bewachen und waschen parkende Autos für ein paar Münzen. Die Straßenmädchen sieht man tagsüber bewacht von einem Erwachsenen betteln. Die älteren Mädchen stehen nachts in dunklen Straßen und bieten ihre Körper an. Den Schmerz
vergessen Hier sind sie weiter der Gewalt ausgesetzt. Täglich werden Straßenkinder bei Autounfällen verletzt oder getötet. Da das Herumstreunen auf der Straße verboten ist, leben sie in ständiger Angst, von der Polizei aufgegriffen zu werden. Stress, Angst, Hunger, Krankheiten und Gewalt verführen zu Drogen. Viele sind abhängig. Statt sich von dem wenigen erbettelten Geld etwas zu Essen zu kaufen, besorgen sie sich Marihuana, trinken billigen Alkohol oder schnüffeln eine Mischung aus Klebstoff und Diesel um für Augenblicke den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit zu vergessen. Einige werden kriminell und landen im Kinderuntersuchungsgefängnis, in dem sie auf ihren Prozess warten müssen. Die nächste Station kann ein Erziehungsheim sein. Viele
Geschichten So wie die Geschichte des Jungen, der als Kleinkind während eines Streits seiner Eltern ins offene Feuer fiel. Er hat an den Armen Verbrennungsnarben und seine Hände sind verstümmelt. Oder das Mädchen, das nach dem Tod der Eltern von einem Bekannten der Familie nach Dar-es-Salaam mitgenommen wurde, mit dem Versprechen, sie könne hier die Schule besuchen. Stattdessen wurde sie als billige Arbeitskraft mißbraucht. Als sie die Familie auf das ihr gegebene Versprechen ansprach, wurde sie verprügelt. Als sich der Hausherr ihr sexuell näherte, lief sie weg auf die Strasse. Projekte
in Tansania In Dar-es-Salaam, der größten Stadt Tansanias, soll es inzwischen 3500 bis 4000 Strassenkinder geben. Hier nehmen sich verschiedene Organisationen der zunehmenden Zahl dieser Kinder an. Als einzige Organisation betreut die Heilsarmee die Mädchen in dem "Kwetu Girls Centre". Diese Strassenkinder-Projekte bieten den Kindern Schutz, einen Schlafplatz, medizinische Betreuung, Essen und wenn möglich die Rückführung in die Familie. Einige Projekte wie etwa das Dogodogo Centre bieten den Kindern darüberhinaus Unterricht oder das Erlernen eines Handwerks an. Die einzige
Hoffnung Dar-es-Salaam hat, verglichen mit Nairobi "nur" 3500-4000 Straßenkinder. Verglichen mit Nairobi, ist die Situation hier noch überschaubar und eindämmbar. Durch die Arbeit der verschiedenen Projekte ist es gelungen, die tansanische Öffentlichkeit auf die Probleme dieser Kinder aufmerksam zu machen. Die Bereitschaft diese Projekten zu unterstützen, ist gestiegen. Aber auch die Zahl der Strassenkinder wächst. So leben oft auch die Organisationen, die sie unterstützen "von der Hand in den Mund". Nasrin Siege 1) UNICEF: Das Kinderhilfswerk der UNO.
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